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Gitarrenakkorde lernen: Die wichtigsten Griffe mit Diagrammen

Griffbilder der Grundakkorde, eine sinnvolle Lernreihenfolge, Akkordfamilien und Übungen, mit denen Wechsel endlich flüssig werden.

Nahaufnahme einer Hand, die auf einer Akustikgitarre mit Kapodaster einen Akkord greift

Die acht Grundakkorde und F-Dur

23
E-Moll (Em)
×231
A-Moll (Am)
××231
D-Moll (Dm)
231
E-Dur (E)
×123
A-Dur (A)
××132
D-Dur (D)
×321
C-Dur (C)
213
G-Dur (G)
13421
F-Dur (F)Barré im 1. Bund

Lesart: senkrechte Linien sind die Saiten, links die tiefe E-Saite. Zahlen in den Punkten nennen den Finger (1 Zeigefinger bis 4 kleiner Finger), ○ heißt leer anschlagen, × heißt die Saite auslassen.

Akkorde sind das Fundament der Liedbegleitung. Wer eine Handvoll Grundgriffe sicher beherrscht und sauber zwischen ihnen wechseln kann, begleitet Lagerfeuerlieder, Popsongs und Folk ebenso wie einfache Rockstücke. Diese Seite zeigt die wichtigsten Griffe als Diagramm, erklärt, wie man ein Griffbild liest, in welcher Reihenfolge das Lernen am leichtesten fällt und wie aus holprigen Wechseln ein flüssiger Ablauf wird.

Was ist ein Akkord?

Ein Akkord ist ein Zusammenklang aus mindestens drei verschiedenen Tönen. Die einfachste Form, der Dreiklang, besteht aus Grundton, Terz und Quinte. Ob ein Akkord nach Dur oder Moll klingt, entscheidet die Terz: Bei Dur ist es eine große Terz (vier Halbtöne über dem Grundton), bei Moll eine kleine Terz (drei Halbtöne). Dur klingt dadurch eher hell und offen, Moll eher weich oder nachdenklich.

Auf der Gitarre verteilen sich diese drei Töne auf bis zu sechs Saiten, einige Töne kommen also doppelt vor. Das macht den vollen Klang der Gitarre aus. Akkordnamen werden meist abgekürzt: Ein Großbuchstabe allein steht für Dur (C, G, D), ein kleines m für Moll (Am, Em, Dm).

So liest du ein Griffbild

Die Diagramme oben zeigen das Griffbrett von vorne, als würde die Gitarre aufrecht vor dir stehen. Die senkrechten Linien sind die Saiten, links die tiefe E-Saite, rechts die hohe e-Saite. Die waagerechten Linien sind die Bundstäbchen, der dicke Balken oben ist der Sattel. Die Punkte zeigen, wo ein Finger greift, die Zahl darin nennt den Finger: 1 ist der Zeigefinger, 2 der Mittelfinger, 3 der Ringfinger und 4 der kleine Finger. Ein Kreis über einer Saite bedeutet, dass sie leer mitklingt, ein Kreuz, dass sie nicht angeschlagen wird.

Fingersätze sind Empfehlungen, keine Gesetze. Für G-Dur etwa gibt es mehrere übliche Varianten. Wähle die, mit der du am bequemsten zu den Nachbarakkorden wechseln kannst.

Die sinnvolle Lernreihenfolge

Nicht jeder Akkord ist gleich schwer. Eine Reihenfolge, die mit wenig Fingern beginnt und dann steigert, verhindert Frust:

  1. E-Moll und A-Moll: zwei bzw. drei Finger, alle Saiten oder fünf Saiten klingen. Der Wechsel zwischen beiden ist die erste echte Übung.
  2. E-Dur, A-Dur und D-Dur: E-Dur ist E-Moll mit einem zusätzlichen Finger. A-Dur verlangt drei Finger eng nebeneinander im zweiten Bund. D-Dur wird nur auf den vier hohen Saiten gespielt.
  3. D-Moll: ähnlich wie D-Dur, aber mit einem anderen Fingersatz und etwas mehr Spreizung.
  4. C-Dur und G-Dur: Beide spannen sich über drei Bünde und mehrere Saiten. Sie sind für viele Anfänger die erste echte Hürde, gehören aber zu den meistgespielten Akkorden überhaupt.
  5. F-Dur als Barré: Der Zeigefinger drückt alle sechs Saiten im ersten Bund. Das braucht Kraft und Technik und kommt erst, wenn die offenen Griffe sitzen.

Den Einstieg erklärt Schritt für Schritt der Artikel Barré-Akkorde lernen.

Plane für jeden neuen Akkord einige Tage ein. Zwei bis drei neue Griffe pro Woche sind ein gutes Tempo, wenn täglich geübt wird. Wie sich das konkret verteilen lässt, zeigt der Übungsplan für 30 Tage.

Sauber greifen: drei Grundregeln

Fingerkuppen steil aufsetzen. Je senkrechter der Finger auf die Saite trifft, desto weniger berührt er die Nachbarsaiten. Kurze Fingernägel an der Greifhand sind deshalb Pflicht.

Kurz hinter dem Bundstäbchen greifen. Der Ton entsteht am Bundstäbchen, nicht in der Mitte des Bundes. Wer direkt dahinter greift, braucht weniger Druck und vermeidet Schnarren.

Den Daumen hinter den Hals. Der Daumen gibt Gegendruck auf der Rückseite des Halses. Liegt er zu weit oben, fehlt den Fingern die Reichweite. Bei manchen offenen Akkorden darf er auch über den Halsrand schauen, solange das Handgelenk entspannt bleibt.

Prüfe jeden neuen Akkord, indem du die Saiten einzeln anschlägst. Klingt eine Saite dumpf, liegt dort meist ein Finger im Weg.

Akkordwechsel üben

Weitere Übungen mit Metronom sammelt der Artikel Akkordwechsel schneller machen.

Der Wechsel ist für die meisten schwieriger als der einzelne Griff. Diese Übungen haben sich bewährt:

  • Ankerfinger nutzen. Zwischen A-Moll und C-Dur bleiben Zeige- und Mittelfinger einfach liegen, nur der Ringfinger wandert von der G-Saite auf die A-Saite. Solche gemeinsamen Finger zu erkennen, spart viel Weg.
  • Die Ein-Minuten-Übung. Zwei Akkorde, eine Minute Zeit, jeder gelungene Wechsel zählt. Das Ergebnis notieren und am nächsten Tag versuchen, es zu übertreffen.
  • Finger gleichzeitig setzen. Statt Finger für Finger zu platzieren, die Form des Akkords in der Luft vorbereiten und alle Finger zusammen aufsetzen.
  • Mit Metronom und leerem Schlag. Auf Schlag 4 die Hand lösen und den nächsten Akkord vorbereiten, während die leeren Saiten klingen. So bleibt der Rhythmus stabil, auch wenn der Wechsel noch nicht perfekt ist.

Akkordfamilien: welche Griffe zusammengehören

Lieder verwenden meist Akkorde aus einer gemeinsamen Tonart. Wer diese Familien kennt, weiß, welche Griffe als Nächstes sinnvoll sind:

Tonart Typische Akkorde Gut für den Anfang?
G-Dur G, C, D, Em, Am Ja, nur offene Akkorde
C-Dur C, F, G, Am, Dm, Em Ja, F kann vereinfacht werden
D-Dur D, G, A, Em, Hm Teilweise, Hm ist ein Barré
A-Dur A, D, E, Fis-Moll Teilweise, Fis-Moll ist ein Barré
E-Moll Em, G, D, C, Am Ja, nur offene Akkorde

Steht in einem Lied ein schwieriger Akkord, hilft oft ein Kapodaster: Er verschiebt die Tonart, sodass sich das Stück mit leichteren Griffen spielen lässt. Wie das funktioniert, erklären wir im Ratgeber Gitarre stimmen beim Thema Stimmungen und Kapodaster.

Barré und Powerchords: der nächste Schritt

Beim Barré drückt der Zeigefinger mehrere Saiten gleichzeitig, die übrigen Finger greifen eine Akkordform darüber. Der große Vorteil: Eine einzige Form lässt sich über das ganze Griffbrett verschieben und ergibt in jedem Bund einen anderen Akkord. Die F-Dur-Form im ersten Bund wird im dritten Bund zu G-Dur, im fünften zu A-Dur. Barré braucht weniger Kraft als gedacht, aber die richtige Position: Zeigefinger leicht auf die Außenkante gedreht, Ellbogen nah am Körper, Daumen tief hinter dem Hals.

Powerchords bestehen nur aus Grundton und Quinte, meist auf zwei oder drei Saiten. Sie sind weder Dur noch Moll und klingen besonders mit Verzerrung kraftvoll, weshalb sie in Rock und Punk allgegenwärtig sind. Für E-Gitarristen sind sie oft der einfachere Einstieg als offene Akkorde.

Vom Griff zum Lied

Akkorde ergeben erst mit Rhythmus Musik. Sobald zwei oder drei Griffe sitzen, lohnt es sich, sie in einfachen Schlagmustern zu spielen, wie im Ratgeber Schlagmuster und Zupfmuster beschrieben. Viele Liederbücher und Songseiten notieren die Akkorde einfach über dem Text. Wie man solche Akkordsymbole und Tabs liest, erklärt der Ratgeber Tabs und Noten lesen.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Welche Gitarrenakkorde sollte man zuerst lernen?
Bewährt ist der Start mit E-Moll und A-Moll, weil beide mit wenigen Fingern auskommen und schnell sauber klingen. Danach folgen D-Dur, E-Dur und A-Dur, anschließend C-Dur und G-Dur. Mit diesen acht offenen Akkorden inklusive D-Moll lassen sich bereits viele Lieder begleiten.
Warum schnarrt mein Akkord?
Meist sitzt ein Finger zu weit vom Bundstäbchen entfernt, drückt zu schwach oder berührt mit der Fingerunterseite eine Nachbarsaite. Setze die Fingerkuppen steil auf, kurz hinter dem Bundstäbchen, und prüfe den Akkord Saite für Saite.
Wie lange dauert es, bis Akkordwechsel flüssig klappen?
Das ist individuell. Einfache Wechsel wie E-Moll zu A-Moll gelingen oft nach einigen Tagen, schwierigere wie C-Dur zu G-Dur brauchen meist Wochen. Gezieltes Wechseltraining mit Metronom verkürzt die Zeit deutlich.
Muss ich F-Dur als Barré lernen?
Auf Dauer ja, denn Barré-Griffe öffnen das ganze Griffbrett. Für den Anfang gibt es aber leichtere Varianten, etwa Fmaj7 mit nur drei Fingern, und mit einem Kapodaster lässt sich F-Dur in vielen Liedern ganz umgehen.

Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026 von der Redaktion Saitenfabrik.