Akkorde

C-Dur auf der Gitarre: Griff, Probleme, Übungen

C-Dur schnarrt oder klingt dumpf? Fehlerdiagnose Saite für Saite, die richtige Hand- und Armposition, einfache Varianten und gezielte Übungen.

C-Dur und einfache Varianten

×321
C-Dur (C)
×32
Cmaj7Ohne Zeigefinger
××21
C/E (kleines C)Nur vier Saiten
C/GMit Bass auf der tiefen E-Saite

Lesart: senkrechte Linien sind die Saiten, links die tiefe E-Saite. Zahlen in den Punkten nennen den Finger (1 Zeigefinger bis 4 kleiner Finger), ○ heißt leer anschlagen, × heißt die Saite auslassen.

C-Dur greifst du mit drei Fingern auf drei Saiten: Ringfinger im dritten Bund der A-Saite, Mittelfinger im zweiten Bund der D-Saite, Zeigefinger im ersten Bund der H-Saite. G-Saite und hohe e-Saite klingen leer, die tiefe E-Saite wird nicht angeschlagen. Klingt der Akkord trotzdem schnarrend oder dumpf, liegt das fast immer an einem von wenigen typischen Fehlern, die sich Saite für Saite finden lassen.

Warum C-Dur so oft Probleme macht

C-Dur gehört zu den ersten Akkorden, die Anfänger lernen, und gleichzeitig zu den schwierigsten offenen Griffen. Die drei Finger verteilen sich auf drei verschiedene Bünde, und zwischen ihnen liegt die leere G-Saite, die frei klingen muss. Dazu kommt die Spreizung zwischen dem ersten und dem dritten Bund. Wer die Finger flach auflegt, dämpft fast zwangsläufig eine Nachbarsaite.

Die gute Nachricht: Die Probleme sind bei fast allen dieselben, und für jedes gibt es eine konkrete Lösung.

C-Dur Schritt für Schritt

  1. Ringfinger setzen: dritter Bund, A-Saite. Die Kuppe sitzt kurz hinter dem Bundstäbchen.
  2. Mittelfinger setzen: zweiter Bund, D-Saite, steil, damit die G-Saite darunter frei bleibt.
  3. Zeigefinger setzen: erster Bund, H-Saite, ebenfalls steil, damit die hohe e-Saite klingt.
  4. Anschlag ab der A-Saite: Die tiefe E-Saite gehört nicht zum Akkord.
  5. Saite für Saite prüfen: A, D, G, H und e einzeln anschlagen. Jede muss klar klingen.

Manche greifen C-Dur lieber in umgekehrter Reihenfolge, also zuerst den Zeigefinger. Probiere beides aus. Auf Dauer sollen ohnehin alle Finger gleichzeitig landen.

Fehlerdiagnose: Welche Saite klingt nicht?

Symptom Häufige Ursache Lösung
G-Saite klingt dumpf Mittelfinger oder Zeigefinger liegt flach auf der G-Saite Finger steiler stellen, Ellbogen leicht vom Körper lösen
Hohe e-Saite klingt dumpf Zeigefinger berührt sie mit der Unterseite Zeigefinger mehr auf die Kuppe stellen, Handgelenk etwas nach vorn
H-Saite schnarrt Zeigefinger sitzt zu weit vom ersten Bundstäbchen entfernt Direkt hinter das Bundstäbchen rücken
D-Saite schnarrt Mittelfinger drückt zu schwach oder sitzt mittig im Bund Näher ans Bundstäbchen, Druck leicht erhöhen
Akkord klingt matschig Tiefe E-Saite wird mit angeschlagen Anschlag auf der A-Saite beginnen
Alles schnarrt leicht Saitenlage zu niedrig oder Hals verzogen Gitarre in einer Werkstatt prüfen lassen
Alles kostet viel Kraft Saitenlage zu hoch Ebenfalls Werkstatt, kein Fehler deiner Hand

Gehe die Tabelle mit der Gitarre in der Hand durch. Schlage jede Saite einzeln an und korrigiere immer nur einen Finger. So erkennst du, welcher Finger wirklich verantwortlich ist.

Die Hand- und Armposition

Viele C-Dur-Probleme beginnen nicht an den Fingern, sondern am Handgelenk und Ellbogen. Wenn der Ellbogen eng am Körper klebt, kippen die Finger automatisch in eine flache Position. Löse ihn ein wenig, dann kommen die Fingerkuppen steiler auf die Saiten.

Der Daumen liegt hinter dem Hals, ungefähr gegenüber dem Mittelfinger. Liegt er zu weit oben über dem Halsrand, fehlt den Fingern die Reichweite für den dritten Bund. Das Handgelenk sollte leicht gebogen, aber nicht stark abgeknickt sein. Wie die gesamte Haltung im Sitzen aussieht, beschreibt der Ratgeber Gitarre richtig halten.

Kurze Fingernägel an der Greifhand sind Pflicht. Schon ein Millimeter zu viel verhindert, dass die Kuppe senkrecht aufsetzen kann.

Liegt es an der Gitarre?

Wenn C-Dur trotz korrekter Haltung über Wochen schnarrt oder unverhältnismäßig viel Kraft braucht, lohnt ein Blick auf das Instrument. Eine zu hohe Saitenlage macht jeden Griff mühsam, eine zu niedrige lässt Saiten an den Bundstäbchen schnarren. Auch abgespielte Saiten oder ein verzogener Hals können die Ursache sein. Eine Werkstatt kann das meist schnell einschätzen. Bei Gitarren aus dem untersten Preissegment ist eine Einstellung oft der größte Fortschritt, den man für wenig Geld haben kann.

Varianten für den Anfang

Die Diagramme oben zeigen drei Alternativen zur Grundform:

  • Cmaj7 lässt den Zeigefinger weg. Der Akkord klingt weicher und passt in vielen ruhigen Liedern als Ersatz, ist aber kein vollwertiger Tausch für jedes Stück.
  • C/E (kleines C) wird nur auf den vier hohen Saiten gespielt und kommt mit zwei Fingern aus. Er klingt dünner, ist aber ein guter Einstieg, um die Lage zu ertasten.
  • C/G fügt auf der tiefen E-Saite im dritten Bund den Ton G als Bass hinzu. Er klingt voller und erleichtert Wechselbass-Begleitungen, verlangt aber einen weiteren Finger. Dafür gibt es zwei übliche Fingersätze: den kleinen Finger zusätzlich auf die tiefe E-Saite setzen oder den Ringfinger dorthin verschieben und die A-Saite mit dem kleinen Finger greifen.

Die Varianten sind Hilfen, kein Ersatz. Ziel bleibt die Grundform, weil sie in den meisten Liederbüchern gemeint ist.

Übungen für einen sauberen C-Akkord

Finger einzeln aufsetzen und abheben

Greife C-Dur und hebe dann nur den Zeigefinger ein paar Millimeter ab, ohne die anderen zu bewegen. Wieder aufsetzen, anschlagen. Dasselbe mit Mittel- und Ringfinger. Das trainiert die Unabhängigkeit der Finger und zeigt, welcher am unsichersten sitzt.

Die Luftform

Forme den Akkord in der Luft, einige Zentimeter über dem Griffbrett, und setze dann alle drei Finger gleichzeitig auf. Klingt der Akkord beim ersten Anschlag? Zehn Wiederholungen am Tag reichen.

Wechsel nach Am

Von C nach A-Moll bleiben Zeige- und Mittelfinger liegen, nur der Ringfinger wandert von der A-Saite auf die G-Saite in den zweiten Bund. Dieser Wechsel ist der leichteste mit C und eignet sich zum Aufwärmen.

Wechsel nach G

Der Wechsel C nach G ist anspruchsvoller. Mit dem passenden G-Fingersatz verschieben sich Ring- und Mittelfinger als Block um eine Saite. Wie das genau funktioniert, zeigt der Ratgeber G-Dur-Akkord greifen.

Wechsel nach F

Später kommt F-Dur dazu. Wer mit der vereinfachten Form beginnt, profitiert davon, dass Ring- und Mittelfinger auch hier eine ähnliche Form bilden, nur eine Saite weiter Richtung hohe e-Saite.

C-Dur und seine Akkordfamilie

C-Dur ist Grundakkord der gleichnamigen Tonart, in der nur Stammtöne ohne Vorzeichen vorkommen. Zu ihr gehören die Akkorde C, Dm, Em, F, G und Am. Viele bekannte Lieder bewegen sich in Folgen wie C, Am, F, G oder C, G, Am, F. Solange F-Dur als Barré noch nicht klappt, kannst du in diesen Folgen Fmaj7 oder das kleine F verwenden. Wie das geht, zeigt der Ratgeber F-Dur ohne Barré. So übst du C-Dur gleich im musikalischen Zusammenhang statt nur als einzelnen Griff.

Ein kurzer Tagesplan für C-Dur

Minuten Übung
2 Hände lockern, Gitarre stimmen
3 C-Dur greifen und Saite für Saite prüfen
3 Finger einzeln abheben und aufsetzen
3 Luftform, zehn Wiederholungen
4 Wechsel C und Am mit vier Schlägen pro Akkord
5 Wechsel C und G, sehr langsam mit Metronom

Mehr zu den übrigen Grundgriffen, Akkordfamilien und Wechseln findest du im Ratgeber Gitarrenakkorde lernen.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Warum schnarrt mein C-Dur-Akkord?
Schnarren entsteht, wenn eine Saite nicht fest genug auf das Bundstäbchen gedrückt wird oder an einem Finger anstößt. Beim C-Dur betrifft das meist die H-Saite, wenn der Zeigefinger zu weit vom ersten Bundstäbchen entfernt sitzt. Rücke den Finger direkt hinter das Bundstäbchen und setze ihn steil auf.
Warum klingt die G-Saite bei C-Dur nicht?
Der Mittelfinger auf der D-Saite oder der Zeigefinger auf der H-Saite liegt zu flach und berührt die leere G-Saite. Stell beide Finger steiler, sodass zwischen ihnen ein kleiner Tunnel für die G-Saite entsteht. Oft hilft es, den Ellbogen etwas vom Körper zu lösen.
Muss ich die tiefe E-Saite bei C-Dur abdämpfen?
In der Grundform wird sie nicht angeschlagen, damit der Grundton C auf der A-Saite der tiefste Ton bleibt. Das E gehört zwar zum Akkord, als Basston macht es aber eine Umkehrung daraus (C/E). Beginne den Anschlag auf der A-Saite. Rutscht das Plektrum trotzdem auf die E-Saite, kann die Ringfingerkuppe sie leicht berühren und abdämpfen.
Ist Cmaj7 ein Ersatz für C-Dur?
In vielen Liedern ja, vor allem in ruhigen Pop- und Folkstücken, weil Cmaj7 alle Töne von C-Dur enthält und nur einen zusätzlichen Ton hat. Er klingt etwas weicher. Wo die Melodie stark auf dem Grundton C liegt, kann er reiben, dann ist das normale C besser.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Saitenfabrik.