Akkorde

G-Dur-Akkord greifen: Varianten und Tipps

Drei Finger, vier Finger oder vereinfacht: die gängigen G-Dur-Griffe, ihre Vorteile für Wechsel nach C, D und Em und Lösungen für gedämpfte Saiten.

G-Dur in vier Varianten

213
G (Grundform)
324
G (für Wechsel nach C)
2134
G (vier Finger)
××3
G (vereinfacht)Nur die vier hohen Saiten

Lesart: senkrechte Linien sind die Saiten, links die tiefe E-Saite. Zahlen in den Punkten nennen den Finger (1 Zeigefinger bis 4 kleiner Finger), ○ heißt leer anschlagen, × heißt die Saite auslassen.

G-Dur greifst du in der Grundform so: Mittelfinger im dritten Bund der tiefen E-Saite, Zeigefinger im zweiten Bund der A-Saite, Ringfinger im dritten Bund der hohen e-Saite. D-, G- und H-Saite klingen leer mit, alle sechs Saiten werden angeschlagen. Neben dieser Form gibt es drei weitere übliche Varianten, und welche du wählst, hängt vor allem davon ab, zu welchem Akkord du als Nächstes wechselst.

Die Varianten im Vergleich

Variante Finger Klang Besonders gut für den Wechsel nach
Grundform Zeige-, Mittel-, Ringfinger offen, hell Em, D
Variante 3-2-4 Mittel-, Ring-, kleiner Finger wie Grundform C
Vier Finger zusätzlich Ringfinger auf der H-Saite voller, in Pop und Rock beliebt D, Cadd9
Vereinfacht nur Ringfinger dünn, ohne Bass schnelle Wechsel in den ersten Tagen

Alle vier Formen sind G-Dur, sie enthalten die Töne G, H und D. Die Vier-Finger-Variante ersetzt auf der H-Saite den Ton H durch ein D, dadurch klingt der Akkord etwas geschlossener. In Liedern kannst du die Varianten frei austauschen.

G-Dur Schritt für Schritt greifen

  1. Mittelfinger zuerst: Setze ihn im dritten Bund auf die tiefe E-Saite, mit der Kuppe kurz hinter dem Bundstäbchen.
  2. Zeigefinger auf die A-Saite: zweiter Bund, steil aufgesetzt, damit die D-Saite frei bleibt.
  3. Ringfinger auf die hohe e-Saite: dritter Bund. Er muss weit spreizen, deshalb hilft es, das Handgelenk etwas nach vorn unter den Hals zu schieben.
  4. Prüfen: Alle sechs Saiten einzeln anschlagen. Die D-, G- und H-Saite müssen frei klingen.
  5. Lösen und neu greifen: Hand vom Hals nehmen und den Griff in einer Bewegung neu aufsetzen, bis er beim ersten Versuch klingt.

Für die Variante 3-2-4 gilt dieselbe Lage, nur mit anderen Fingern: Ringfinger auf der tiefen E-Saite, Mittelfinger auf der A-Saite, kleiner Finger auf der hohen e-Saite. Am Anfang fühlt sich der kleine Finger schwach an. Das gibt sich nach einigen Tagen.

Häufige Probleme und ihre Lösung

Die A-Saite klingt dumpf

Der Finger auf der tiefen E-Saite liegt zu flach und berührt die A-Saite. Stell ihn steiler und achte darauf, dass das erste Fingerglied fast senkrecht steht. Kurze Fingernägel sind dafür Voraussetzung.

Die D-Saite klingt nicht

Hier ist meist der Finger auf der A-Saite schuld. Er sitzt zu flach oder zu nah an der D-Saite. Setze ihn mit der Kuppe auf und kontrolliere den Abstand.

Der Finger auf der hohen e-Saite erreicht den Bund nicht

Die Spreizung von der tiefen zur hohen Saite ist für viele ungewohnt. Hilfreich sind drei Dinge: den Daumen hinter dem Hals etwas tiefer setzen, den Ellbogen leicht vom Körper lösen und die Gitarre etwas steiler halten. Wie die Grundhaltung aussieht, erklärt der Ratgeber Gitarre richtig halten.

Die H-Saite schnarrt bei der Vier-Finger-Variante

Der Ringfinger sitzt zu weit vom Bundstäbchen entfernt oder drückt zu schwach. Setze ihn möglichst nah ans Bundstäbchen, das braucht weniger Kraft.

Das Handgelenk schmerzt

Ein stark abgeknicktes Handgelenk ist ein Zeichen, dass der Daumen zu weit oben liegt oder der Hals zu flach gehalten wird. Kurze Pausen und eine korrigierte Haltung helfen. Bleiben die Schmerzen, lass das ärztlich abklären.

Der Wechsel von G nach C

Dieser Wechsel gehört zu den häufigsten überhaupt und ist für viele die erste echte Hürde. Mit der Variante 3-2-4 wird er deutlich leichter: Ring- und Mittelfinger bilden eine feste Form, die beim Wechsel nach C einfach um eine Saite Richtung hohe e-Saite rutscht. Der Ringfinger wandert von der tiefen E-Saite auf die A-Saite, der Mittelfinger von der A-Saite auf die D-Saite, beide im selben Bund wie vorher. Der kleine Finger hebt ab, der Zeigefinger kommt auf der H-Saite im ersten Bund dazu.

Übe diese Bewegung zuerst ohne Anschlag: nur die beiden Finger als Block verschieben, zehnmal hin und zurück. Danach mit einem Anschlag pro Akkord, dann mit vier. Alles zum C-Akkord selbst, von den Varianten bis zur Fehlersuche, findest du im Ratgeber C-Dur auf der Gitarre.

Der Wechsel von G nach D

Hier hilft die Grundform oder die Vier-Finger-Variante. In der Grundform liegt der Ringfinger auf der hohen e-Saite im dritten Bund. Für D-Dur rutscht er eine Saite weiter auf die H-Saite, ebenfalls dritter Bund, und dient als Führungsfinger. Zeige- und Mittelfinger setzen sich daneben. Bei der Vier-Finger-Variante bleibt der Ringfinger sogar komplett auf der H-Saite liegen, nur die übrigen Finger bewegen sich. Beim Anschlagen von D die beiden tiefen Saiten auslassen.

Der Wechsel von G nach Em

Greifst du E-Moll mit Zeige- und Mittelfinger statt mit Mittel- und Ringfinger, bleibt der Zeigefinger beim Wechsel aus der Grundform im zweiten Bund der A-Saite liegen. Nur der Mittelfinger wandert auf die D-Saite in den zweiten Bund, der Ringfinger hebt ab. Kürzer kann ein Wechsel kaum sein.

G-Dur in Liedern

G-Dur ist einer der meistgespielten Akkorde auf der Gitarre, weil er in mehreren einsteigerfreundlichen Tonarten vorkommt:

Tonart Akkorde Rolle von G
G-Dur G, C, D, Em, Am Grundakkord, oft Anfang und Ende des Liedes
C-Dur C, F, G, Am, Dm Dominante, führt zurück nach C
D-Dur D, G, A, Em Subdominante
E-Moll Em, Am, C, D, G Paralleltonart in Dur

Die Folge G, D, Em, C ist in der Popmusik so verbreitet, dass sie sich als Übung besonders lohnt. Spiele sie mit vier Abschlägen pro Akkord und steigere das Tempo langsam.

G-Dur weiter oben auf dem Griffbrett

Sobald du Barré-Akkorde lernst, kommt eine weitere G-Dur-Form hinzu: die E-Form im dritten Bund. Der Zeigefinger liegt quer über alle Saiten im dritten Bund, Ring- und kleiner Finger greifen A- und D-Saite im fünften Bund, der Mittelfinger die G-Saite im vierten. Dieser Griff klingt kompakter als das offene G und ist in Rock und Funk beliebt, weil er sich durch Lockern der Greifhand schnell abdämpfen lässt. Für den Anfang brauchst du ihn nicht, aber es lohnt sich zu wissen, dass es ihn gibt. Die Technik dahinter erklärt der Ratgeber Barré-Akkorde lernen.

Übungen für einen sauberen G-Akkord

  • Blind greifen: Augen schließen, G greifen, öffnen und prüfen. Das trainiert das Muskelgedächtnis.
  • Fünf in einer Minute: Hand lösen, neu greifen, anschlagen. Zähle, wie oft der Akkord in einer Minute beim ersten Versuch sauber klingt.
  • Wechsel-Trio: G, C und D im Kreis, je vier Schläge, mit Metronom bei niedrigem Tempo. Wie du das Tempo systematisch steigerst, zeigt der Ratgeber Akkordwechsel üben.

Mehr zu den übrigen Grundgriffen und zur sinnvollen Lernreihenfolge findest du im Ratgeber Gitarrenakkorde lernen.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Welcher Fingersatz für G-Dur ist der richtige?
Es gibt keinen einzig richtigen. Die Grundform mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger ist am verbreitetsten. Wer oft zwischen G und C wechselt, profitiert von der Variante mit Mittel-, Ring- und kleinem Finger. Wer häufig nach D wechselt, nimmt die Vier-Finger-Variante, weil der Ringfinger dort liegen bleibt.
Warum klingt die A-Saite bei meinem G-Akkord nicht?
Meist berührt der Finger auf der tiefen E-Saite die A-Saite mit seiner Unterseite. Setze ihn steiler auf, mit der Kuppe direkt hinter dem Bundstäbchen, und lass das Handgelenk etwas weiter unter den Hals wandern.
Ist das vereinfachte G ein vollwertiger Akkord?
Es enthält alle drei Töne des G-Dur-Akkords, klingt aber dünner, weil die tiefen Saiten fehlen. Für die ersten Tage oder schnelle Lieder ist es eine gute Übergangslösung. Auf Dauer solltest du die volle Form lernen.
Wie lange dauert es, bis der Wechsel von G nach C klappt?
Das ist individuell. Weil beide Griffe über drei Bünde und mehrere Saiten reichen, ist der Wechsel für viele Anfänger einer der schwierigsten. Mit täglichem, langsamem Wechseltraining wird er bei den meisten innerhalb einiger Wochen flüssig.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Saitenfabrik.